PREIS FÜR GUTE 
VERWALTUNG 2022

für Bürgerzentrierte und innovative Behördenarbeit

Die Einreichungsphase
für das Jahr 2022
ist beendet.

Vielen Dank für Ihre
zahlreichen Einreichungen!
Wir freuen uns sehr
auf die Sichtung.

Der Preis wird am
14. Oktober 2022 beim
Public Service Lab
in Freiburg verliehen.
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noch eine Karte.

UNTERSTÜTZT VON:

VERWALTUNG 
GESTALTET GESELLSCHAFT

Deutschland ist ein Land der Bürokratie - im positiven wie im negativen Sinn. Manchmal
ist Verwaltungsarbeit für Bürger*innen nur schwer nachvollziehbar.

Bürokratie heißt aber auch, dass es überhaupt einen offiziellen, nämlich demokratisch legitimierten, Weg gibt und wir nicht von
Willkür oder Bestechung abhängig sind. 

Was es auf jeden Fall immer bedeutet: Verwaltung hat in unserer Gesellschaft
eine zentrale Rolle.

Das sollte gewürdigt werden:
Verwaltung steht mit ihren Mitarbeiter*innen, Kommunikationsmedien und -wegen, ihren Methoden, ihrem Service und ihrer Haltung für einen wichtigen Bestandteil unseres demokratischen Grundverständnisses.

Sie sind die Schnittstelle zwischen Bürger*innen und Staat. Wir sind der Meinung, gute Verwaltung und ihre Macher*innen sollten gewürdigt und
sichtbar gemacht werden.

Daher haben wir einen Preis für innovative und bürgerzentrierte Verwaltung ins Leben gerufen. „Wir“ sind eine Initiative des Public Service Lab und der HTW Berlin - zwei Institutionen, die einen Beitrag zu mehr Nutzer*innenfreundlichkeit leisten wollen.

Best Practice:
Mit gutem Beispiel voran – wir versammeln die ausgezeichneten Projekte sowie weitere heraus-ragende Fälle aus dem Pool an Teilnehmern*innen auf einer eigenen
Best-Practice-Plattform.Sie soll einen Eindruck davon geben, wie innovative bürgerzentrierte Verwaltungs-arbeit ganz konkret in der Praxis aussehen kann. Neben der Darstellung relevanter Fakten berichten die Macher*innen aus ihren Erfahrungen und geben wertvolle Hinweise für Nachahmer*innen.

DIE JURY 2022

Jan
Klumb

Standesbeamter, Sachgebietsleiter im Standesamt & Bürgerbüro, Leiter Team OnlineRathaus

Johanna Ballesteros

ProjectTogether

Ralf
Kleindiek

Chief Digital Officer des Landes Berlin und Staatssekretär für
Digitales und Verwaltungsmodernisierung

Tatjana
Munoz

Ortsvorsteherin in Hechtsheim

Jan-Ole
Beyer

Bundesministerium des Innern und für Heimat

Matthias Hörmeyer

Referent im Programmbereich Organisations- und Informationsmanagement der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement, KGSt

Sabine Schwittek

Mit-Gründerin der Initiative Verwaltungsrebellen

Stephan
Naundorf

Mitarbeiter im Referat Bessere Rechtsetzung des Bundeskanzleramtes

DIE PREISTRÄGER*INNEN
AUS DEN LETZTEN JAHREN

IfSG-App.
Medienbruchfreie Belehrung
nach dem Infektionsschutzgesetz

Die Entwicklung der App ist ein gemeinsames Projekt der Stabsstelle Digitalisierung Rhein-Kreis Neuss und des Kreisgesundheitsamtes in Grevenbroich. Die Belehrung mittels der «IfSG-App» kann 24/7, ortsunabhängig, medienbruchfrei und in 8 Sprachen absolviert werden, inklusive Bereitstellung der Teilnahmebescheinigung. Im Falle der Authentifizierung per OnlineAusweisfunktion läuft die Belehrung vollständig automatisiert bis zur Ablage des Vorgangs in der elektronischen Akte des Gesundheitsamtes. Durch das selbst entwickelte «Selfie-Ident» wird zusätzlich eine zusätzliche smarte Authentifizierung angeboten.
Das Projekt hat die Jury vor allem überzeugt, da ein konsequent nutzerorientierter Prozess stattgefunden - das wichtigste Kriterium des Verwaltungspreises: Teile der Nutzergruppe konnten den mit den Gesundheitsfachkräften erstellten Prototypen testen und bewerten. Die Erkenntnisse wurden dann in Version 1.0.0 berücksichtigt. Nachgelagert wurden Interviews mit NutzerInnen durchgeführt, die Positiv- oder Negativ-Feedback gegeben haben. Diese sehr wertvollen Erkenntnisse haben dazu geführt, dass die App ständig verbessert wird (Versionen 1.1.0 und 1.2.0 sind bereits geplant bzw. in Umsetzung). Mit der App wird ausserdem eine gut und konsequent gestaltete Anwendung vorgestellt.


re@di - regional. digital.
Die vielleicht wirkungsvollste und frohe
interkommunale Zusammenarbeit.


re@di ist die interkommunale Zusammenarbeit der Kreisstädte Baden- Baden, Bretten, Bühl, Bruchsal, Ettlingen, Gaggenau, Rastatt, Rheinstetten und Stutensee. Gegründet wurde das Netzwerk in 2019 in Ettlingen, „getagt und gewirkt“ wird in allen re@di-Städten und auch online. Auf Initiative der Stadt Ettlingen haben sich 2019 StadtvertreterInnen der neun re@di-Städte unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeister:innen zusammengetan, um interkommunal zusammen zu arbeiten. Auf Grundlage einer partizipativ entwickelten Willensbekundung, wurde nach und nach eine Organisationsstruktur aufgesetzt, um in thematisch orientierten Projektgruppen digitale Handlungsfelder zu erschließen und gemeinsame Projekte umzusetzen. Das Gremium agiert in einer Fachgruppe (Steuerungsgremium) und Projektgruppen (Arbeitsgruppen, in denen konkrete Themen umgesetzt werden. Das Netzwerk hat uns insbesondere deswegen überzeugt, weil bereits seit Jahren abteilung- und verwaltungsübergreifend gearbeitet und gedacht wird:- Es sind derzeit insgesamt ca. 80 MitarbeiterInnen involviert.
- Das Netzwerk arbeitet interdisziplinär, je nach Projekt/Thema organisieren sich die MitarbeiterInnen aus den entsprechenden Ressorts in den Projektgruppen.
- Es ist hierarchieübergreifend, da sich AmtsleiterInnen, Digitalisierungsbeauftragte, FachbereichsleiterInnen, ITLeiterInnen, SachbearbeiterInnen, Studierende/Azubis auf Augenhöhe und miteinander engagieren.
Das Netzwerk agiert auch über re@di-Städte hinaus, indem es regelmäßig an vernetzenden Events und Panels teilnimmt und Erfahrungen in der kommunalen Familie teilen, oder indem Gäste eingeladen werden, die inspirieren.

Das Ankommenszentrum der
Stadt Leipzig für Schutzsuchende
aus der Ukraine

Das Ankommenszentrum wurde in Leipzig umgesetzt. Seit März 2022 bis heute gab es drei verschiedene Standorte im Stadtgebiet, ausgerichtet auf die Anzahl der Ankommenden. Beteiligt waren ca. 10 Behörden aus der Stadt Leipzig und darüber hinaus, sowie weitere Kooperationspartner/-innen. Das Projekt (auch stellvertretend für andere, ähnliche Zentren in Deutschland) hat uns vor allem durch die funktionierende Kooperation und Zusammenarbeit so vielen Behörden und Ämter überzeugt. - Amt Bürgerservice, Ordnungsamt, Ausländerbehörde, Sozialamt, Referat Migration und Integration, Referat Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Jugendamt – Begleitung von Minderjährigen, Beratung zu Betreuungs- und Bildungsangeboten, Hauptamt, Personalamt, Bundesagentur für Arbeit, Sparkasse, Landesamt für Schule und Bildung, Amt für Gebäudemanagement, IT-Dienstleister und Mitarbeiter/-innen aus allen Ämtern, von Verkehrs- und Tiefbau, Museen bis hin zur Stadtplanung, die temporär das Ankommenszentrum unterstützten.Die Stadt Leipzig hat es mit dem Ankommenszentrum geschafft, innerhalb von 4 Monaten 10.458 Menschen anzumelden, 9.931 Anträge auf einen Aufenthaltstitel entgegen zu nehmen, 9.251 Menschen finanzielle Hilfe zu gewähren, 5.070 Leipzig-Pässe zur sozialen Teilhabe auszustellen und 1.986 Schulanmeldungen zu registrieren. Die größte Errungenschaft ist, dass das Ankommenszentrums langfristig weitergeführt und für weitere Zielgruppen geöffnet wird.
OZG-Camp im Sozialdezernat Wiesbaden.
Weil Bürgerfreundlichkeit nicht
schwer sein muss.

Für 20 Abteilungen in den drei Ämtern des Sozialdezernates der Landeshauptstadt Wiesbaden wurde ein OZG-Camp durchgeführt, um fristgerecht bis zum Ende des Jahres 2022 alle Dienstleistungen aus den Bereichen Soziales, Bildung, Wohnen und Integration bürgerfreundlich und digital anzubieten und zahlreiche ‚OZG-Pioniere‘ in kurzer Zeit auszubilden, die das erworbene Wissen intern weitertragen. Das Camp bestand aus einem abwechslungsreichen Programm: Nach Impulsvorträgen zu Bürgerfreundlichkeit und Service Design wurden direkt konkrete Anträge unter die Lupe genommen. Die ersten Tage standen im Zeichen der inhaltlichen Optimierung. Mit Hilfe von Personas und Nutzerreisen, sowie Fachvorträgen zur Unterschriftenerfordernis, Formularoptimierung und einfacher Sprache, konnten wir unsere Anträge direkt vereinfachen, verständlicher und bürgerfreundlicher gestalten und gegenseitig testen. Die zweite Hälfte der Woche diente der technischen Schulung, damit die Teilnehmer:innen anschließend selbstständig Anträge digital- isieren konnten. In Woche 2 und 3 haben sich die Teilnehmer:innen regelmäßig getroffen und in Sprechstunden ihre Fragen besprochen. Zur Begleitung haben wir umfangreiche Schulungsunterlagen sowohl in Video- als auch Textform in einer eLearning-Plattform zur Verfügung gestellt. Wir zeichnen das Projekt aus, weil es so praktisch und pragmatisch zur Tat schreitet und Nutzerorientierung „einfach umsetzt“. Die Nutzerperspektive wurde erfolgreich eingebunden: „Sich Zeit zu nehmen für die ‚Bürger:innenperspektive‘ führt zu vielen neuen Erkenntnissen und macht den gesamten Prozess für Mitarbeitende und Bürger:innen angenehmer und effizienter.“
EHRUNG

eGovernment Podcast.
Der Podcast für und über die
Digitalisierung der öffentlichen
Verwaltung Torsten Frenzel

Neben den Einreichungen aus Behörden, Kommunen, vom Bund und Ländern, erreichte uns ein weiteres Projekt zum Thema Nutzerorientierung in Verwaltung: der eGovernment-podcast von Torsten Frenzel. Wir können die Einreichung leider nicht in den regulären Kanon aufnehmen, aber wir kennen und schätzen diese Arbeit und wollen sie hiermit sehr gerne hervorheben und darauf verweisen.Aus eigener Motivation heraus produziert Torsten Frenzel seit 2014 in bisher 108 Folgen den podcast und tauscht sich sich mit seinen Gästen zum Thema eGovernment und Digitalisierung aus.

DAS TEAM

Simone Carrier

Service Designerin

Johanna Götz

Prozessberaterin
studiovorort

Prof. Daniela Hensel

Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW |
Service Designerin bei whydoesrobin

Stefanie Voss

Designerin